Du sitzt da, die Tasse noch warm in der Hand. Und dann siehst du sie.
Nicht sie. Ihre Füße.
Sofort wird alles still in dir. Die Sohlen liegen da, weich und offen, als würden sie dich absichtlich anschauen. Du spürst, wie dein Blick daran hängen bleibt – an den zarten Linien, an dem leichten Rosa, an der entspannten Wölbung. Es ist kein lautes Begehren, das aufkommt. Es ist etwas Tieferes. Ein leises, warmes Ziehen, das dich gleichzeitig beruhigt und unruhig macht.
Du denkst: Bleib genau so. Du willst nichts anfassen. Du willst nur länger hinschauen dürfen. Die Zehen, die kaum spürbar spielen. Die Sohlen, die so selbstverständlich präsentiert werden, als gehörten sie in diesen Moment wie der erste Schluck Kaffee.
Irgendwo in dir regt sich der Wunsch, näher zu sein. Näher an diesem Anblick. An der Stille, die von diesen Füßen ausgeht. Du merkst, wie dein Atem flacher wird, wie etwas in dir weicher und gleichzeitig wacher wird. Es ist keine Gier. Es ist dieses seltene Gefühl, dass jemand dir etwas sehr Privates schenkt, ohne ein Wort zu sagen.
Und während du das denkst, weißt du schon: Du wirst diesen Anblick speichern. Du wirst ihn später wieder aufrufen, wenn der Tag laut wird.
Mehr von ihr findest du unter @miaaa_roseee_1.
Vielleicht beginnst auch du deinen Morgen irgendwann so – mit dem Blick auf genau diese Füße.

